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Brunnenkopfhütte Jan. 2018

Warum sich Arbeitseinsatz für unsere Berghütten  lohnt ( Brunnenkopf,  Pürschlinghütte  und …) 

26-28.01.2018

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Es hatte viel geschneit in den letzten Tagen und die Lawinengefahr war in den bayerischen Alpen sehr groß gewesen, doch mittlerweile hat sich die dicke Schneedecke gefestigt und unsere Schneeschuhe drücken ihre markante Spur in die weiße Unterlage. Von der ersten Minute an spüren wir unsere schweren Rucksäcke auf dem Rücken und die Last gibt das Tempo des Aufstiegs vor.

Eineinhalb Stunden braucht man gewöhnlich im Sommer bis man die Selbstversorgerhütte erreicht, aber heute im tief verschneiten Oberammergauer Bergwald mit Proviant und Ausrüstung für 2 Nächte auf dem Rücken verdoppelt sich der Zeitbedarf und die Anstrengung ist eine ganz andere.

Wir folgen einer Skispur, überqueren 4 kleine Gleitschneelawinenfelder und kommen bei der Bergwachtdiensthütte endlich aus dem Wald heraus. Vor uns – noch ca. 100 Höhenmeter entfernt – liegt unser Ziel. Das braune vom Wetter gezeichnete Holz der markant platzierten Hütte sticht deutlich aus der weißen Winterlandschaft hervor und weist uns den Weg für den letzten Abschnitt des Aufstieges.

Rund 3 Stunden sind vergangen, als wir uns nach einer letzten Hangquerung im tiefen Schnee den Weg zur Hüttenterrasse bahnen.

Wir sind die ersten Besucher seit den letzten Schneefällen. Alles ist unberührt und gut hüfthoch liegt nasser, schwerer Schnee vor dem Eingang. Mit unseren Lawinenschaufeln legen wir den Zugang zum kleinen Schuppen frei, über welchen man durch einen schmalen Schlupf ganz hinten in die Hütte gelangt und die Eingangstüre sodann von innen öffnen kann. Wir finden Schneeschaufeln vor und machen uns daran, die hüfthoch eingeschneite Eingangstüre frei zu schaufeln. Trotz des anstrengenden Aufstieges bereitet es uns Spaß, unsere Bleibe für das kommende Wochenende herzurichten. Durch die nebelartige Bewölkung zeichnen sich immer wieder die Umrisse der Sonne ab und zusammen mit der traumhaften Schneewelt auf 1700 m Höhe ergibt alles zusammen einen besonderen Zauber im diffusen Tageslicht. Selbiges dringt dann auch in die kleine Hütte hinein, als wir nach und nach die massiv gesicherten, schweren Läden von Fenstern und Türe öffnen.

Es ist kalt drinnen, doch vor dem großen markanten Kochherd steht eine Wanne mit Holzscheiten und kleinen Spänen daneben. Schnell ist Feuer gemacht und die Hütte erwacht zum Leben. Nun fürs Erste Schnee in die 2 Wasserkannen auf dem Ofen und in den Behälter neben dem langen Ofenrohr füllen und bald haben wir Wasser für ein erstes warmes Getränk.

Wir nehmen die Stühle von den 2 großen Tischen und von Minute zu Minute wird es heimeliger, zumal das Feuer im Ofen überraschend schnell den Raum wohlig erwärmt.

Zwei von uns fünfen machen sich auf den Weg zurück ins Tal, um zwei Nachzüglern entgegenzugehen und deren Rucksacklast zu teilen. Zwei andere machen sich auf die Suche nach der Quelle, die ca. 30 m entfernt durch eine Holzstange markiert wird. Wir finden sie unter mannstiefem Schnee und sie ist auch nicht eingefroren. Fingerdick rinnt frisches Wasser aus dem Berg. Prima! Jetzt noch den wiederum weitere 20 m entfernten Zugang zum rustikalen „Herzerl-Klo“ freimachen und eine Gehspur in den Schnee treten, damit nachts beim Gang zum „Örtchen“ nichts passiert. Fürs Erste ist alles getan.

Die Stube ist bereits gut durchgewärmt und die Türe zum angrenzenden Schlaflager steht nun offen, um auch dort die klammen Betttücher durch die Wärme anschmiegsam für das Nachtlager zu machen. Um Energie zu sparen, reichen uns eine Gaslampe und eine Lampe mit elektrischem Licht

(Die Solar-Panel sind tief eingeschneit und Batteriestrom sowie Gas sind knapp.) Ach ja, Kerzen stellen wir später auch noch auf den Tisch.

Aus unseren Rucksäcken holen wir nun alle Kostbarkeiten, die wir zu Hause für unser Hüttenabenteuer eingepackt haben. Wenn vornehmlich Männer unterwegs sind, dürfen natürlich auch Bier, Wein und, speziell für uns, – Averna – nicht fehlen.

Es wird bereits dunkel, als die Nachzügler mit ihren Stirnlampen unterhalb der Hütte zu sehen sind. Schon bald sind sie da und es beginnt ein lustiger Abend. Kässpätzle und Endiviensalat sind ein schmackhaftes und sättigendes Abendessen. Nach dem gemeinsamen Küchendienst liegt ein langer Abend vor uns – schließlich gab es auch einen Geburtstag zu feiern. Mit genügend Bettschwere fallen wir weit nach Mitternacht in einen erholsamen Schlaf.

Wir träumen von unseren bevorstehenden Unternehmungen bei strahlendem Sonnenschein in einer tollen winterlichen Bergwelt. Massentourismus – Fehlanzeige.

Sollte nun vielleicht jemand Appetit bekommen haben, ebenfalls einmal auf diese Art dem Alltag zu entfliehen, dem sei verraten, dass wir unseren Aufenthalt auf der Brunnenkopfhütte der Sektion Bergland verbracht haben, die man auch über unsere Sektion buchen kann. Die Unkosten halten sich bescheiden in Grenzen. Der Erlebniswert allerdings ist um ein Vielfaches höher.

Erhalten wir uns dieses Privileg und unterstützen beim jährlichen Arbeitseinsatz der Sektion Bergland, bei dem es auch immer sehr kameradschaftlich und lustig zugeht. Jeder darf mitkommen.

Bis dann………..

Engelbert Seider

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