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Steine ohne Ende – Hochtouren im Adamellogebirge (Italien)

Schon die Anfahrt hatte es in sich: diverse Staus, Umleitungen, viele Kilometer und zum Schluß eine schmale Mautstraße mit wechselndem Einbahnverkehr. An der Bedole-Alm angekommen, stellte sich die Frage: Rucksacktransport mit der Materialseilbahn oder auf dem Rücken. Einstimmig wurde für ersteres entschieden, denn die Hochtourenrucksäcke drückten doch zu sehr. So konnte der 2,5-stündige Aufstieg durch eine romantische Landschaft entspannt angegangen werden. Etwas verspätet, aber noch rechtzeitig zum Abendessen erreichten wir die schön über Seen gelegene Mandrone-Hütte.

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Als erstes Gipfelziel hatte Karl den Monte Mandrone (3281 m) ausgesucht. Die Tourenbeschreibung hatte er aus älteren Unterlagen, die er mit neuen Daten aus dem Internet ergänzt hatte. Da die Abschmelzung der Gletscher gerade auch in diesem Gebiet dramatische Ausmaße angenommen hat, war die Realität eine andere als in den Unterlagen. Die Aufstiegsroute stimmte nicht mehr und die Wege waren nur Pfadspuren mit gelegentlichen Steinmännern. Das Gelände war extrem steinig mit teils größerem felsigem Geröll. Da offensichtlich der Berg nur noch selten bestiegen wird, war die Wegfindung schwierig und der mühsame Aufstieg zog sich in die Länge. Als schließlich die Veneziascharte (3226 m) erreicht wurde, konnte die Eisausrüstung angelegt und sich auf den Weg zum Gipfel gemacht werden. Schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass unser Vorhaben zum Scheitern verurteilt war, denn steile Blankeisflanken und Abbrüche erforderten weite Umgehungen. Außerdem war die Zeit schon weit fortgeschritten und der Weiterweg nicht einzusehen. Deshalb wurde der Beschluß gefasst, umzukehren und den gleichen Geröllweg wieder zurückzugehen. Ziemlich genervt und geschafft erreichten wir wieder unsere Hütte.

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Diese unangenehme Erfahrung ließ auch Bedenken für unsere morgige Tour zum Monte Adamello aufkommen. Glücklicherweise war am Abend ein südtiroler Bergführer anwesend, der uns Auskunft geben konnte. Wir erfuhren, dass die Tour mindestens 26 km lang wäre und nur noch selten von dieser Hütte unternommen würde. Eine Gehzeit von 16 Stunden wäre normal. Das hat uns natürlich geschockt und wir nahmen die Empfehlung des Südtirolers an, über den Gletscher zur Lobbia-Hütte (3020 m) auf- und abzusteigen.

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So wanderten wir am nächsten Tag am Mandronesee vorbei zum weit abgeschmolzenen Mandronegletscher, wo wir die Steigeisen anlegten. Über das apere Eis stiegen wir auf bis unterhalb der Hütte, wo wir den vom Bergführer beschriebenen Einstieg über steiles Geröll suchten. Erst nach längerem Suchen fanden wir ein Steinmännchen, das aber nur durch Klettern über große Felsblöcke erreichbar war. Den meisten von uns war dies zu anstrengend und gefährlich, so dass schließlich nur drei Unentwegte die aussichtsreiche Hütte erreichten. Nach einer Erfrischungspause ging´s wieder nach unten, wo Karl feststellte, dass er seine Kamera oben liegen ließ. Nach kurzem Aufstieg musste er feststellen, dass sie verschwunden und nicht mehr aufzufinden war. Ein „Bergsteiger“ wird sie wohl „mitgenommen“ haben. Alle erreichten schließlich wohlbehalten und um Erfahrungen reicher die Hütte.

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Der letzte Tag gehörte dem landschaftlich schönen Abstieg und der langen Heimfahrt.

Die Tour verlief leider nicht nach Plan, man sollte halt nicht alten Quellen vertrauen, besonders wenn Gletscher mit im Spiel sind.

Karl Meier

vom 02. – 05. Aug. 2018
Unterkunft: Rif. Mandrone (2449 m) CAI
Leiter: Karl Meier
Teilnehmer: 9, alle Sektionsmitglieder

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