• slide_1
  • slide_2
  • slide_3
  • slide_4
  • slide_5
  • slide_6

Tour 34 – Inselwanderungen im Westen Siziliens

Sizilien pur

Inselwanderungen im Westen Siziliens vom 17. – 24. Sept. 2017

Unterkunft:  Appart-Hotel Brezza di Grecale in Trapani

Leiter:          Karl Meier

Teilnehmer: 20, davon 12 Mitglieder, 5 DAV GUN, 2 DAV Abenberg, 1 DAV Peiting

 

Alle freuten sich auf Sizilien, auf Sonne im Süden und darauf, das triste Wetter zuhause zurücklassen zu können. Und es war tatsächlich so, als die Vorausgefahrenen Karl und Elisabeth die Gruppe am Flughafen Palermo empfingen. Als der Bus sie zum Hotel fuhr, gewannen sie einen ersten Eindruck von der Insel, die gar nicht so verbrannt aussah wie gedacht. Nach einigen Unstimmigkeiten mit der Zimmeraufteilung – die gebuchten Appartements stimmten nicht mit den tatsächlichen überein – waren schließlich alle zufrieden und erkundeten die Umgebung.

Die erste Tour sollte auf die Insel Levanzo, eine der Ägadischen Inseln, gehen, aber das war gar nicht so einfach, denn die ausgehängten Fahrzeiten der Boote stimmten nicht mit den tatsächlichen überein. So mussten wir mit einem privaten Schiffchen fahren und Ziel und Preis aushandeln. Leider hielt sich der Kapitän nicht an das vereinbarte Ziel bzw. unser Verhandlungspartner hatte uns zuviel versprochen. So war auf Isola Favignana Schluß mit der Bootsfahrt und Levanzo für uns nicht erreichbar. Karl hatte Gott sei Dank auch einen Plan für eine Wanderung auf Favignana, die auch gleich in Angriff genommen wurde. Steil ging´s hoch zur Festung S. Catarina (314 m), wo eine tolle Aussicht und eine Mittagsrast auf die verschwitzten Wanderer warteten. Ein wunderschöner Pfad auf einem Höhenrücken führte dann mit einer kleinen Klettereinlage von Gipfel zu Gipfel. Der Kreis schloß sich schließlich bei einem feinen Eis im Hafen. Aufkommender Wind mit höherem Wellengang machte die Überfahrt mit dem Touristenboot für einige zum Nervenkitzel, andere hatten ihre Freude daran.

Am nächsten Morgen war das nächste Eiland der Ägadischen Inseln, die gebirgige Insel Marettima, das Ziel. Mit dem Tragflügelboot, das die großen Wellen mühelos schluckte, war die Überfahrt schnell und komfortabel. Vom kleinen reizenden Ort, dem einzigen auf der Insel, führte die Wanderung hinauf zum Casa Romane und weiter auf einem schmalen Pfad zum Monte Falcone (686 m), dem höchsten Punkt der Insel. Trotz frischem Wind ließen wir uns die prächtige Aussicht und die verdiente Mittagsrast nicht verderben. Auf einem herrlichen aussichtsreichen Pfad stiegen wir abwärts bis kurz vor die Halbinsel Punta Troia, die ein normannisches Kastell verzierte. Über einen Hangweg, hoch über dem smaragdgrünen Meer, erreichten wir alle durstig unseren Ausgangspunkt, wo ein (?) kühles Helles prima schmeckte. Auf der Rückfahrt mit dem Traghetti studierten wir interessiert die Technik dieses schnellen Bootes.

Nach dem doch etwas anstrengenden Vortag legten wir am Mittwoch einen Ruhetag ein, der von den meisten auf eigene Faust zur Besichtigung der historischen Festungsstadt Erice genutzt wurde. Eine Seilbahn erleichterte den Aufstieg zur hoch auf einem Berg thronenden Museumsstadt. Wer nicht vorgesorgt hatte, bekam den kalten Wind hier oben deutlich zu spüren. Andere besichtigten die sehenswerte Altstadt von Trapani.

Zum nächsten Ziel, dem Naturpark und Naturschutzgebiet Zingaro, ließen wir uns von Taxis kutschieren, da keine öffentlichen Verkehrsmittel dorthin fuhren. Auf dem Weg dorthin ließen wir die tolle Landschaft vorbeiziehen, bis wir zum Eingang des Schutzgebiets kamen. Dort klärte uns ein Parkranger auf, dass die Wanderwege im höheren Bereich alle wegen Brandgefahr gesperrt sind. Das war natürlich für uns sehr enttäuschend, es blieb uns aber nichts anderes übrig, als mit den Wanderwegen im Küstenbereich vorlieb zu nehmen. Es herrschte großer Andrang, denn die meisten suchten kleine Sandbuchten zum Baden. Nachdem wir die erlaubten Wege abgewandert und die seltene Botanik und die doch schönen Aussichten genossen hatten, schlossen wir uns den anderen an und suchten und fanden eine kleine Bucht mit weißem Sand und türkisem Wasser. Ein schöner Abschluß eines Wandertages.

Die Kraft, die wir dabei getankt hatten, konnten wir am nächsten Tag gut gebrauchen, denn die anstrengendste Tour unserer Reise stand uns bevor. Mit Mietautos fuhren wir über Palermo in das Bergnest Ficuzza, wo wir große Mühe hatten, die Autos für den Rückweg umzustellen. Etwas verspätet brachen wir schließlich auf, um den 1613 m hohen Felsgipfel Rocca Busambra zu besteigen. Das war gar nicht so einfach, denn einen markierten Weg gab es nicht, nur Pfadspuren ließen uns den Weg erahnen. Nach vielen Mühen erreichten wir den exponierten Gipfel, der eine super Aussicht auf die Landschaft im Inneren der Insel bot. Das Meer hatten wir natürlich auch im Blick! Die Überschreitung des Massivs wurde nach Westen fortgesetzt, wo steile Schrofenhänge und weite Karstfelder auf uns warteten. Dann erreichten wir einen engen Durchschlupf, der uns durch Urwald nach unten zu unseren Fahrzeugen führte. Alle waren froh, es geschafft zu haben, denn die Sonne hatte sich schon verabschiedet. Ein Höhepunkt folgte aber noch: die Einkehr in einer einfachen sizilianischen Pizzeria, wo uns die resolute aber sehr lustige Wirtin sehr unterhaltsam bediente.

Einige hatten nun die Schnauze voll vom Wandern und zogen es vor, sich den Bauch von der Sonne verbrennen zu lassen und diesen dann im klaren Meer wieder abzukühlen. Die anderen umrundeten auf einem sehr schönen Weg den Monte Cofano mit alten Wachtürmen und einer prähistorischen Höhle und stießen dann zu den Sonnen- und Meerhungrigen.

Ein gemeinsames Abendessen beschloß eine Wanderwoche, die Erlebnisse und Genüsse im wenig besuchten Westen Siziliens bot, die sicher Einblick in eine andere Welt, eine andere Kultur und Botanik ermöglichte und die sicher alle in Erinnerung behalten werden.

 

Karl Meier

Tour 34-2017 Bild 1 Tour 34-2017 Bild 2 Tour 34-2017 Bild 3 Tour 34-2017 Bild 4 Tour 34-2017 Bild 5 Tour 34-2017 Bild 6 Tour 34-2017 Bild 7 Tour 34-2017 Bild 8 Tour 34-2017 Bild 9 Tour 34-2017 Bild 11 Tour 34-2017 Bild 12

Das könnte Sie auch interessieren...