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Alles hat gepasst Tour 12

Schneeschuhhochtouren am Reschenpass in der Sesvennagruppe und in den Ötztaler Alpen vom 20. – 25. März 2016

 Unterkunft:   Garni-Platzer, Burgeis

Leiter:           Karl Meier

Teilnehmer:   7, alles Sektionsmitglieder

Alle waren guter Laune als es los ging Richtung Reschenpass, denn der Wetterbericht meldete endlich mal Sonne und blauen Himmel. So war es dann auch als wir nach langer Anfahrt von Schlinig aufstiegen Richtung Kälberberg. Durch lichten Wald, freie Almflächen und zum Schluß über einen abgeblasenen Rücken erreichten wir den Kamm auf ca. 2500 m, der zum Gipfel hochzog und einen tollen Blick ins tiefe Vinschgau und zum hohen Ortler freigab. Nach einer Pause kehrten wir hier um, denn der Gipfel war noch weit und die Zeit fortgeschritten. Im kalten Schatten und harschigen Schnee ging es nun steil hinunter ins Tal. Nach kurzem Suchen fanden wir unsere Unterkunft in Burgeis, die Karl mit viel Mühe ausfindig gemacht hatte. Wir waren total überrascht von dem mit viel Liebe ausgestattete und dekorierte Heim mit sehr schönen Zimmern. Die überaus herzliche Gastgeberin weihte uns in die Geheimnisse des Hauses und in die vielen Extras ein und hieß uns mit einem Obstler willkommen.

Der nächste Tag hatte gleich eine Überraschung parat: ein Gourmet-Frühstücksbuffet vom Feinsten. So eine Dimension und Qualität hatten wir bis dato noch nicht gehabt. So viel es uns mit vollen Bäuchen auch schwer, aus dem Rojental zum Äußeren Nockenkopf (2769 m) aufzusteigen. Es dauerte einige Zeit bis wir unseren Rhythmus gefunden hatten, aber dann ging es zügig die sonnigen Südhänge bergan. Am Gipfel spannte sich der blaue Himmel über eine Unzahl von Gipfeln, aus denen König Ortler mit seinen Trabanten und die Weißkugel herausragten. Nicht allen schmeckte die Gipfelbrotzeit, denn das tolle Frühstück war noch nicht verdaut. Nun ging es mal steiler mal flacher schnurstracks zurück nach Rojen und Burgeis, wo schon der Nachmittagskuchen wartete. Mit dem Schlemmen ging es dann abends im Schloßcafe weiter.

Derartig gestärkt sollte es am nächsten Tag etwas höher sein. Wir suchten uns den Piz Terza (2909 m) aus, dessen Ausgangspunkt wir nach einer Anfahrt durch das Münstertal in der Schweiz erreichten. Zuerst ging es über Ziehwege mit wenig Schnee hoch, aber dann gelangten wir über kurze steilere Hänge und flache Mulden und zum Schluß über einen Wächtengrat zum Gipfel. Eine ganze Bergwelt lag uns zu Füßen und König Ortler und der Viertausender Piz Bernina grüßten herüber. Bei dieser großartigen Aussicht und der warmen Frühlingssonne schmeckte sogar das belegte Brot mit Tee. Nach dem sich die Augen satt gesehen hatten, machte bei sehr guten Schneeverhältnissen der Abstieg richtig Spaß, so daß wir danach noch Zeit für den Besuch der Sauna in Mals hatten.

Nach drei anstrengenden Bergtagen verschmähten die Teilnehmer den angebotenen Kulturtag und stiegen lieber auf den Tellakopf (2527 m). Dafür wurden sie dann bestraft, denn auf dem Gratrücken zum Gipfel wirbelte ein böiger eiskalter Sturm die Schneekristalle auf und blies sie ihnen ins Gesicht. Derartig „sandgestrahlt“ wollten nicht alle werden, so dass nur zwei Eisenmänner den sturmumtosten Gipfel erreichten. An der windgeschützten Hauswand einer Alm, wo die Umkehrer Pause machten, ließ es sich da besser aushalten. Gemeinsam wurde dann gemütlich abgestiegen und der Rest des Tages bei Kaffee und Kuchen, mit Schlafen und Saunieren verbracht.

Am Gründonnerstagmorgen hüllten sich die Berge in Wolken und wir beratschlagten, ob wir den angestrebten Dreitausender angehen sollten. Nach dem Wohlfühlfrühstück war unsere Zuversicht gewachsen und wir beschlossen, den Wunschgipfel Glockhauser (3024 m) ins Visier zu nehmen. Dazu mussten wir ins Langtauferertal nach Melag fahren, wo außer uns Schneeschuhgeher noch viele Skitouristen das gleiche Ziel hatten. Durch abwechslungsreiche Landschaft mit Flanken, Hügeln und Mulden, immer umgeben von felsiger Kulisse, stiegen wir zügig hoch, denn die Schneeverhältnisse waren sehr gut. Die Wolken verzogen sich zusehends nach Norden und die Sonne wärmte die Gipfelaspiranten. Der steile Anstieg zum höchsten Punkt forderte nochmals, aber dann war es geschafft! Umgeben von bizarren verschneiten Felswänden und –gipfeln, aus denen die gegenüberliegende Weißkugel herausragte, kam bei den Gipfelstürmern eine gewisse Euphorie auf. Der steife Wind vertrieb sie schließlich doch von ihrem hohen Thron. Der Abstieg im Pulverschnee rundete eine tolle Erlebnistour ab. Der schöne Tag fand bei einem gemütlichen Abendessen einen angemessenen Abschluß.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von unseren herzlichen Gastgebern. Das Wetter war auch traurig und nebelte die Gipfel weitgehend ein. Wir suchten nach einem niedrigeren Gipfelziel und fanden mit den Grianplatten (2700 m) eine leichte Tour. Leider waren damit aber lange Talhatscher verbunden, so dass es zeitlich länger wurde als geplant. Durch die miesen Witterungsbedingungen war die Sicht schlecht und vom höchsten Punkt die Aussicht sehr beschränkt. Auch der Abstieg oben im Pulver konnte da nicht viel wett machen, deshalb wurde die Tour zur reinen Bewegungstherapie. Die Heimfahrt im Regen konnte unsere tollen Tage in Südtirol nicht vermiesen.

Alles hat gepasst: die südliche Sonne, aussichtsreiche Gipfel, abwechslungsreiche An- und abstiege, viel Schnee (Pulver, Harsch, Sulz), eine Spitzenunterkunft und nicht zuletzt eine prima fröhliche Gemeinschaft.

Karl Meier

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