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La Palma – Berge + Meer + gute Laune

Inselwanderungen vom 25. Okt. – 9. Nov. 2016

Unterkunft:   Appartements La Caleta in Los Cancajos

Leiter:           Karl Meier

Teilnehmer: 13 Sektionsmitglieder

Voller Erwartungen flogen 11 Sonnenhungrige aus dem trüben Deutschland zur grünsten Insel der Kanaren. Dort erfuhren wir, dass es im Ostteil seit einem halben Jahr und im Westen seid 2 Jahren (?) nicht mehr geregnet hatte. Wir hofften, dass der Regen noch 2 Wochen ausbleiben möge, damit unsere Touren durchführbar wären. Es empfing uns auch eine herrliche Sonne mit angenehmen Temperaturen zum Wandern. Die sehr schöne Anlage mit Pool und Restaurant gefiel uns auf Anhieb, zumal das Frühstücksbuffet sehr reichhaltig und abwechslungsreich war. Die Verhandlungen mit Bus- und Taxiunternehmen für einen Transfer zu und von Touren verliefen leider im Sande, da die Preisvorstellungen doch zu unterschiedlich waren. So entschieden wir uns für einen Mix aus öffentlichem Bus und Mietwagen.

Unsere Eingehtour führte uns in die Inselhauptstadt Santa Cruz mit Stadtrundgang und anschließend auf Straßen und Wegen durch den Barranco de la Madera (Schlucht) zur Wallfahrtskirche Las Nieves, einer der schönsten Kirchen La Palmas. Nach einer Kaffeepause ließen wir die vorgesehene Straßenroute links liegen und wählten die Abenteuerroute. Diese führte uns teilweise auf einer abgedeckten Wasserleitung (Levada) entlang eines Berghanges und durch wilden Pflanzenbewuchs (Brombeeren) zum großartigen Aussichtspunkt Mirador de la Concepcion. Ein toller Ausblick auf das tief unten liegende Santa Cruz und das weite Meer belohnte die überstandenen Mühen. Ein alter Treppenweg, steil und durch ursprüngliche Vororte, führte schließlich wieder zurück nach Santa Cruz, wo Eis, Kaffee, Bier und Wein auf uns warteten.

Am zweiten Tourentag fuhren wir mit dem Bus nach Fuencaliente, dem Startpunkt für die Vulkantour zur Südspitze La Palmas. Der Vulkan San Antonio war erstes Ziel. Vom Kraterrand sahen wir in den Schlund und auf die Südwestküste hinab. Auf dem Weiterweg kamen wir am Felsen Roque Teneguia vorbei, bevor wir uns auf einer abgedeckten Levada dem jüngeren Vulkan Teneguia näherten. Durch eine wilde Lavalandschaft erreichten wir den Gipfel, der eine tolle Aussicht auf die schwarzen Aschehänge und die Südspitze bot. Dann ging es abwärts durch eine karge und staubige Aschelandschaft zu den zwei Leuchttürmen, den Salinen und dem Strandrestaurant, wo der Kaffee u. a. prima schmeckte.

Das sonnige Wetter lud am nächsten Tag zu einer Bergwanderung ein, der Pico Bejenado (1857 m) war das Ziel. Nach einer Fahrt zur Passhöhe Combrecita führte ein herrlich angelegter Steig durch lichten Kiefernwald zum einzigen frei stehenden Berg La Palmas. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir den Gipfel, um die tolle Aussicht in die Caldera de Taburiente, auf deren wilden Kraterrand und das tief unten liegende Los Llanos genießen zu können. Wenig später hüllten uns dichte Wolken ein, als wir die verdiente Gipfelrast einlegten. Auf dem Abstieg lichteten sich wieder die Wolken, so dass auch der Abstieg zum Genuß wurde.

Nun wurde ein Ruhetag eingelegt, den jeder für sich selbst gestaltete. Ein Besuch von Santa Cruz mit seiner sehenswerten Altstadt, eine abenteuerliche Wanderung an der zerklüfteten Lavaküste oder einfach Ausruhen standen auf dem Programm.

Die Westküste war unser nächstes Ziel. Die Wanderung führte uns zuerst durch herrlichen Kiefernwald und kleinere Schluchten zum Aussichtspunkt Torre del Time (1160 m), der die Sicht auf die Caldera und die Schlucht der Todesängste sowie auf die Hochebene um Los Llanos frei gab. Der Abstieg zum Mirador el Time auf einem gepflasterten Camino war etwas mühsam und nervig. Dafür war der Steig durch eine Steilwand hinab nach Puerto de Tazacorte ein Highlight. Dort wartete zum Abschluß ein erfrischendes Bad im Meer auf uns.

Zur Abwechslung besuchten wir tags darauf den Lorbeerurwald um Los Tilos, der von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Zuerst ging es auf einer Forststraße durch einen finsteren Tunnel und hoch über dem Barranco del Agua durch einen eigentümlichen Urwald mit Efeuranken, riesigen Farnen und hohen Lorbeerbäumen. Auf einem Steig erreichten wir dann einen Aussichtspunkt mit Messstation, der denn Blick auf tiefe und mit Urwald bedeckte Schluchten frei gab. Nach Abstieg auf dem gleichen Weg wurde ein weiterer Aussichtspunkt angepeilt, der auf einem teilweise steilen Pfad bei urwaldgerechter Schwüle mit 79 % Luftfeuchtigkeit immens schweißtreibend erreicht wurde. Zum Schluß spazierten wir auf dem Grund der Schlucht im Bachbett zu einem herrlichen Wasserfall. Für die meisten war hier Schluß, denn der Weiterweg führte knapp am Wasserfall vorbei immer tiefer in die immer schmaler werdende Schlucht hinein und erforderte manchmal leichtes Klettern. Die Wildheit dieses Canons beeindruckte alle sehr.

Es folgte eine Küstenwanderung auf der Ostseite der Insel. Durch Bananenplantagen und Obstgärten mit Avocados, Orangen, Mangos, Kaki, Granatäpfel und anderen Früchten zog sich die Wanderung hoch über dem Meer dem Hang entlang. Für viele war einiges neu, denn das Obst aus dem Supermarkt sieht man ja nicht wachsen. Ein tiefer Barranco, der gequert werden musste, ließ den Schweiß fließen. Der Weitwanderweg GR130, auf dem wir uns befanden, führte durch eine zweite Schlucht, bevor wir unsere Tour an der Kapelle Eremita de San Juan beendeten.

Nach einem weiteren Ruhetag und der Ankunft der Nachzügler Kay und Katrin musste Karl eine schwere Entscheidung fällen, denn die beiden hatten schlechtes Wetter mitgebracht und die Berge steckten in Wolken. Da der über 3000 m hohe Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa ohne Wolken herüber grüßte, hoffte er auf Wetterbesserung. Deshalb fuhren alle zum höchsten Punkt, dem Roque de los Muchachos (2426 m), hoch und begannen mit der Höhenwanderung entlang des Calderarandes. Nichts war´s mit der tollen Aussicht, denn dichter Nebel wabberte bei 6° um die enttäuschten Wanderer. Als dann nach 2 Stunden der Nebel immer nasser wurde und schließlich in Regen überging, brach Karl die Tour ab und die Durchnässten eilten rasch zu ihren Fahrzeugen. Zurück in unseren Appartements liefen die Duschen heiß!

Am Tag danach war die Risikobereitschaft bezüglich Wetter nicht sehr groß und Karl suchte nach Alternativen. Im trockneren Westen fand Karl eine schöne, aber anstrengende Wanderung in den unter Naturschutz stehenden Barranco del Jorado. Zuerst wurde der obere Teil, romantisch und verwachsen, gequert und dann am Rand abwärts gewandert. Ein Regenguß zwang zu einer Pause, ehe es auf einem camino real (Königsweg) steil hinunter ging ans Meer. Ein anstrengender Zwischenaufstieg wurde geschafft und dann zur „Piratenbucht“ abgestiegen. In einer riesigen ausgespülten Höhle mit Zugang zum Meer schmiegten sich kleine Fischerhäuschen an die Höhlenwand – ein fantastischer Ort. Dieses Erlebnis musste allerdings teuer bezahlt werden, denn der lange und teilweise steile Aufstieg forderte einiges ab von den Wanderern. Zum Glück wartete oben in Tijarafe eine Bar!

An einem weiteren Ruhetag konnten die Beine ausgestreckt und Kraft getankt werden. Leider war auch danach das Wetter nicht besser, sodass wir es nochmals im Lorbeerwald versuchten. Der Cubo de la Galga im Osten war das Ziel, eine Wanderung durch ein wildes Pflanzenwirrwarr, etwas ursprünglicher als bei Los Tilos. Ein herrlicher Aussichtspunkt lud zur Rast ein, bevor es teilweise etwas mühsam abwärts nach La Galga ging, wo wieder eine Bar wartete. Ein kurzer Abstecher zum Mirador de la Galga belohnte mit einer tollen Aussicht.

Da das für La Palma ungewöhnlich lange Schlechtwetter weiterhin anhielt, hofften wir auf den normalerweise trockenen Südwesten. Auf dem Plan stand eine Wanderung auf dem GR130 von Fuencaliente nach Jedey, der auf einer Höhe zwischen 800 und 1000 m über dem Meer verlief. Zuerst ging es durch lichten Kiefernwald hoch und vorbei an Weinbergen etwas hoch über die Wolkengrenze, was prompt mit leichtem Regen bestraft wurde. Diesen Regen hätte man 2009 gebraucht, als ein Großfeuer auf der ganzen Südhälfte der Insel wütete. Heute noch zeugen angekohlte Bäume und verbrannte Sträucher von der Katastrophe. Dann überquerten wir beeindruckende Lavaströme, die aus einem Ausbruch aus dem Jahr 1979 stammten. Gegen Ende der Tour kamen wir wieder durch kultiviertes Land.

Auch am letzten Tourentag grollte Petrus mit uns, sodass wir die geplante Tour in den Barranco de la Madera abblasen mussten. Ein Kaffeekränzchen vor der Wallfahrtskirche Las Nieves und ein Abstieg durch den Barranco del Rio de las Nieves bildete somit den Abschluß einer erlebnisreichen Wanderreise. Für alle war es sehr interessant, mit La Palma eine Insel erkundet zu haben, die eine wilde, liebliche und reichhaltige Natur bot und auch mit Kultur nicht sparte. Dass alles ohne Probleme ablief, war der tollen Kameradschaft und Gemeinschaft zu verdanken, die erst einen gelungenen Urlaub ermöglicht.

Karl Meier

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