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Naturgewalten und Naturschönheiten

Schneeschuhhochtouren im Sellraintal (Stubaier Alpen) vom 4. – 6. März 2016

Unterkunft:   Krapfhof bei Gries, privat

Leiter:           Karl Meier

Teilnehmer: 9, alles Sektionsmitglieder

 

Die Wetteraussichten waren, wie fast immer in diesem Winter, ziemlich mies. Die Erwartungen waren deshalb eher bescheiden, die Hoffnung aber trotzdem groß. Vom Kühtai-Paß aus machte sich eine Teilmanschaft von 6 Bergsteigern auf den Weg zum Pirchkogel. Am Rande der Piste ging es zuerst steil, dann gemütlich bis die Piste endete und das alpine Gelände begann. Es lag Neuschnee über gesetztem Altschnee, was keine Probleme für bedeutete, denn die Lawinengefahr hielt sich in Grenzen und eine Spur war vorhanden. Über abwechselnd steile Hänge stapften wir zum windigen 2828 m hohen aussichtsreichen Gipfel. Alle waren froh, das erste Ziel erreicht zu haben, denn das anfänglich sonnige Wetter verschlechterte sich zusehends. Der Abstieg im tiefen lockeren Schnee war ein Genuß, so dass alle zufrieden im Krapfhof unter die Dusche gingen. Bald trafen auch die Nachzügler ein und alle genossen mit Genuß ihre mitgebrachte Brotzeit.

Der nächste Tag begann vielversprechend. Unsere Wirtin hatte ein tolles Frühstück vorbereitet und ihre Wetterprognose war besser als unsere aus dem Internet. Als wir wieder von Kühtai aus Richtung Finstertal aufstiegen, kündigten Schneefahnen von den umliegenden Gipfeln eine stürmische Tour an. Wir wollten es trotzdem versuchen, denn Schneefälle waren nicht in Sicht. Nach dem Aufstieg zur Staumauerkrone des Finstertalsees folgte eine mühsame Hangquerung oberhalb des zugefrorenen Sees bis wir wieder freie Hänge erreichten. Eine Skitourengruppe vor uns spurte recht ordentlich, bog aber dann Richtung Finstertaler Scharte ab. Der Weg zum geplanten Sulzkogel (3016 m) lag nun jungfräulich vor uns, Steilstufen und ein felsiger Gipfelgrat erwarteten uns. Nach reiflicher Überlegung beschlossen wir, der Spur weiterhin zu folgen, denn die Chancen, den Gipfel zu erreichen, waren wegen knapper Zeit und sich verschlechterndem Wetter sehr gering. Bald bliesen uns Sturmböen ins Gesicht und manchen um, aber wir wollten dennoch versuchen die Scharte zu erreichen. Die Skitourengruppe vor uns gab auf und fuhr bei schlechter Sicht ab. Dann gaben auch vier von uns auf und wechselten die Richtung. Der harte Kern wollte es trotz der geringen Aussichten weiter versuchen, aber dann machte der zunehmende Sturm auch diesem Ansinnen ein Ende. Der Abstieg machte trotz des Sturms und der schlechten Sicht bei gutem Schnee Spaß, nur die Hangquerung war nervig. Unten angekommen begann es zu schneien – wir hatten es also gerade noch geschafft. Als Belohnung gab es ein prima Abendessen im Sporthotel.

Am nächsten Morgen schneite es noch immer leicht und die Aussichten für heute waren laut Wirtin deprimierend. Deshalb beschlossen wir, in Richtung Heimat aufzubrechen und in Unterammergau nochmals die Lage zu checken. Dort angekommen lugte die Sonne zwischen den Wolken hervor, deshalb machten wir uns auf den Weg zum Pürschlinghaus, um unser Schneeschuhglück in niedrigeren Gefilden zu finden. Die Tour abseits des Rodelwegs führte durch einen tief verschneiten lichten Wald und sprach die romantische Ader der Schneeschuhgeher an. An der Hütte angekommen durfte ein mittäglicher Einkehrschwung nicht fehlen. Gestärkt begann nun der Aufstieg zum Teufelstättkopf (1758 m), dessen felsigen Gipfel wir trotz verschneiter Rinne erfolgreich bezwangen. Der Abstieg ins Tal wurde dann bei herrlichem Schnee zum reinen Vergnügen.

Mit sehr unterschiedlichen Erlebnissen im Rucksack fuhren wir mit dem Gefühl nach Hause, aus den wittrigen Verhältnissen das Beste gemacht zu haben.

 

Karl Meier

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