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Radltour Lindau Freidrichshafen

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20220728 Radltour Lindau Freidrichshafen

Die Deutsche Bahn als Spaß-Bremse

Radltour Lindau Freidrichshafen

Leiter. Gerhard Rosenbauer

Teilnehmer: 3

Mit dem 9-Euro-Ticket der Deutschen Bahn unterwegs zu sein ist eine sehr schöne Sache. Vor allem verhält man sich umweltbewusst. Allerdings ist eines ganz wichtig: Es muss einfach funktionieren. Von den Kuriositäten unserer Radltour von Lindau nach Friedrichshafen und der Schifffahrt von Friedrichshafen zurück nach Lindau lässt erhebliche Zweifel an dem Thema Deutsche Bahn, die Alternative zum Auto, aufkommen. Nun aber der Reihe nach:

 

Am Donnerstag, den 28. Juli 2022 starten wir kurz nach 6:30 Uhr am Bahnhof in Treuchtlingen zu unserer Radltour von Lindau nach Friedrichshafen am Bodensee. Die Zugfahrt dauert ins-

gesamt gute 3 Stunden mit zweimaligem Umstieg in Augsburg und Buchloe. Dabei hatten wir großes Glück, dass die Fahrrad-Transportkapazität der Deutschen Bahn ausreichte um im Nahverkehr insgesamt 10 Fahrräder mitzunehmen. Aber man staune: Wir mussten den Zug nicht verlassen und er kam pünktlich in Lindau an. So begaben wir uns, Günther, Hans und Rosl am Bodensee entlang Richtung Friedrichshafen. Die Radwege sind supergut ausgebaut und geben keinen Anlass zu Kritik. Das Wetter, der See und die Berge im Hintergrund, was willst Du mehr?

 

Über Wasserburg, Kressbronn und Eriskirch ging es gemütlich weiter nach Langenargen, wo eine kleine Rast genutzt wurde, das direkt am See befindliche Montfort-Schlösschen zu besuchen. Die Mittagspause wurde kurz vor Friedrichshafen eingelegt.

 

Kurz nach 14:00 Uhr erreichten wir unser Schiff, das uns von Friedrichshafen zurück nach Lindau bringen soll. Bislang ging alles gut. Wir sahen auf der Höhe von Langenargen von der Seeseite zum zweiten Mal das Montfort-Schlösschen um kurz danach die Durchsage zu erhalten, dass auf Grund eines technischen Defekts das Schiff nach Friedrichshafen in langsamer Fahrt zurückkehrt. Damit sahen wir das Schlösschen zum dritten Mal und konnten es weiter bewundern. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Uferpromenade kam unser neues Schiff. Die abgebrochene Fahrt konnten wir erneut aufnehmen und sahen auf unserer Fahrt nach Lindau das bereits erwähnte Schlösschen ein viertes Mal. Nein, es war sicherlich kein Alkohol im Spiel auch, wenn sich der Eindruck aufdrängte. Eher dachte man an den Film „und täglich grüßt das Murmeltier“.

Ohne weitere Unterbrechungen ging es weiter ostwärts nach Lindau und die reizvollen Orte am Ufer des See´s konnten aus einer anderen Perspektive bestaunt werden.

Nun aber rasch wieder auf´s Radl, damit wir unseren Zug in Lindau-Reutin nach Hause erreichen. Allerdings machte uns der Schaffner einen saftigen Strich durch die Rechnung. In dem für Fahrräder vorgesehenen Abteil standen drei Kinderwagen etwas unkontrolliert herum und so erlaubte es uns der „gestrenge Bahn-Gott“ nicht, mit unseren Rädern, die Rückfahrt aufzunehmen.

 

Also das ganze Spiel eine Stunde später nochmals. Es war inzwischen bereits 19:15 Uhr geworden. Wir drängten uns als erste in das Fahrrad-Abteil, damit wir nicht wieder blöd dastanden und ein anderer „Bahn-Gott“ den Weg ins „Fahrten-Paradies“ verweigerte. Durchfahrt bis Augsburg ohne Umsteigen – sehr reizvoll. Gerade dann, wenn ein schweres E-Bike von einem Radler aus der Gruppe benutzt wird. Auch in Augsburg klappte es mit dem Anschluss. Voller Zuversicht erreichten wir Donauwörth. Die Aussicht auf ein baldiges „Feierabend-Bier“ lässt uns hoffen. Allerdings haben wir die Rechnung ohne die Bahn gemacht.

In Donauwörth kam die Durchsage, dass der Zug über Ingolstadt nach Treuchtlingen, wegen eines Personenschadens, umgeleitet wird. Verzögerung der Ankunft in Treuchtlingen ca. 90 Minuten. Und tatsächlich: Im Schneckentempo setzte sich der Zug in Bewegung und bummelte weiter nach Ingolstadt. Man glaubt es fast nicht, aber gegen 23:30 Uhr waren wir tatsächlich wieder in Treuchtlingen.

 

Fazit: Was als entspannte Radltour geplant war, entwickelte sich fast zum Albtraum. Insgesamt hätte die Tour, die mehr für ältere Teilnehmer die auch mal „unter der Woche“ Zeit haben, geplant und hätte etwas mehr Zuspruch vertragen. Reisen mit Bahn und Radl, insbesondere E-Bike´s ist eine Zumutung. Die Züge und Bahnsteige sind nicht darauf ausgelegt, dass Fahrräder mitgenommen werden können – schon gar nicht E-Bikes. Es ist unverständlich, dass bewährte Transportkonzepte der öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich oder Italien nicht in Deutschland einfach übernommen werden. Möglicherweise wäre das zu einfach. Und noch eines: Bahnkunden mit einem 9-Euro-Ticket sind Kunden vierter oder gar fünfter Klasse. So erlebt von einem Schaffner in Lindau-Reutin und von einem Zugbegleiter von Augsburg nach Treuchtlingen als es unter Jugendlichen mächtig „Randale“ im Zug gab.

 

Gez. G. Rosenbauer

 

 

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