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Tour 17 Acht Tage über Stock und Stein

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Acht Tage über Stock und Stein

 

Alpine Alpenüberschreitung in den Tuxer und Zillertaler Alpen vom 15. – 22. Aug. 2020

 

Unterkünfte:  Glungezerhütte (2610 m) ÖAV, Lizumer Hütte (2019 m) ÖAV, Tuxerjochhaus (2316 m)  ÖTK, Geraer Hütte (2326 m) DAV, Landshuter Europahütte (2693 m) DAV/CAI, Enzianhütte (1894 m) privat

Leiter:  Karl Meier

Teilnehmer:  13, davon 12 Sektionsmitglieder, 1 DAV GUN

 

Es war schon eine illustre Gruppe, die sich aufmachte, um die Alpen von Innsbruck nach Gossensass auf alpinen Wegen zu überschreiten: einige über 70, viele über 60 und wenige unter 60 Jahre alt. Einige hatten wenig Bergerfahrung, aber alle starteten mit viel Begeisterung.

Den ersten Tag ließen wir langsam angehen, wir mußten uns an die schweren Rucksäcke erst gewöhnen. Mit der Seilbahn ging´s von Innsbruck-Igls hoch zum Patscherkofel und dann gemütlich auf aussichtsreichem Pfad zur hoch gelegenen Glungezerhütte. Zwischendurch wurde noch die Viggarspitze (2306 m) bestiegen. Von der gastlichen Hütte aus begleitete uns der Hüttenwirt zur Sonnenspitze (2639 m), um uns dann die umliegenden Berge und unseren Weiterweg zu erklären. Ein schöner Sonnenuntergang war die Zugabe. Nachts war es kalt und unsere Sommerschlafsäcke reichten kaum aus, um uns warm zu halten. Mit zusätzlicher Bekleidung war es auszuhalten.

Der zweite Tag war entscheidend für den weiteren Verlauf unserer Tour. Insgesamt 6 Gipfel wollten überschritten werden in stetigem Auf und Ab. Dieser lange blockige Grat mit den Gipfeln Glungezer (2677 m), Gamslahnerspitze (2681 m), Kreuzspitze (2746 m) , Rosenjoch (2796 m), Grünbergspitze (2790 m) und Grafmartspitze (2720 m) war stellenweise mit Drahtseilen versichert und forderte den Bergsteigern einiges ab. Mit kameradschaftlicher Hilfe und festem Willen schafften es alle, über Möls- und Klammjoch, nach 10,5 Stunden (mit Pausen) zur Lizumer Hütte. 822 Höhenmeter auf und 1405 abwärts lagen hinter uns. Kaum trafen wir auf der Hütte ein, begann es wie aus Kübeln zu schütten. Glück gehabt.

Der Wetterbericht für den dritten Tag sagte Regen voraus, aber wir mußten weiter. Ein kurzer Schauer am Anstieg zum Pluderlingsattel stimmte uns auf Nässe ein, aber oben traf es uns hart. Eiskalter Wind peitschte uns den Regen ins Gesicht und mitten in den Wolken war der Weiterweg schwer zu finden. Aber bald war auch dies überstanden und der Regen hörte auf. Die Sicht war sehr eingeschränkt, nur manchmal lichteten sich die Wolken und ließen Blicke in tiefe Täler zu. Am Gschützspitzsattel (2657 m) lichteten sich die Wolken und gaben die Sicht auf das tief unter uns liegende Tuxer Tal und das Tuxerjochhaus auf der anderen Seite frei. Ein langer Abstieg begann, nur unterbrochen von einer ausgiebigen Mittagsrast. Der Gegenanstieg zur Hütte kostete nochmals Kraft. 1088/855 Hm waren geschafft. Im wenig gastlichen Haus froren wir bereits am Abend und die Nacht war bitterkalt.

Der Übergang zur Geraer Hütte wäre eigentlich besonders aussichtsreich gewesen, aber stundenlanger Nieselregen und niedrige Wolken vermasselten uns die Sicht auf die Zillertaler Gletscher und die Gipfel Olperer und Co. Im stetigen Auf und Ab erreichten wir nach 810/800 Hm die schön gelegene und liebevoll gepflegte Geraer Hütte, wo uns die resolute Hüttenwirtin sogleich in die strengen Hausregeln einwies. Endlich gab es eine warme Dusche, die die müden und kalten Glieder wieder auftauten.

Nachdem wir Elisabeth zum Geburtstag gratuliert hatten, begann der Tag mit einem 1195 Hm langen, aber sehr schönen Abstieg ins Valser Tal zum Gasthaus Touristenrast, wo wir als Touristen auch gleich eine Rast einlegten. Nun begann ein 1550 Hm langer Aufstieg über das Sumpfschartl (2666 m), gewürzt mit Eisenleiter und Seilversicherungen, zur Europahütte. Mit viel Pausen schafften es alle relativ leicht, wir hatten uns inzwischen eingelaufen. Die Landshuter Europahütte ist durch die Grenzziehung 1920 zweigeteilt, ein Teil ist österreichisch, der andere gehört zu Italien, wird aber vom DAV und CAI gemeinsam bewirtschaftet. Auf Grund der großen Höhe war es auch hier nachts sehr kalt, aber ergaunerte Decken und warme Nachtwäsche sorgten für die nötige Schlafwärme.

Eigentlich war der nächste Tag ein Ruhetag, aber der strenge Seniorhüttenchef ließ die müden Krieger nach dem frühen Frühstück nicht ruhen, sondern verscheuchte sie aus den Lagern. Die von ihm vorhergesagte Sonne stellte sich erst nachmittags ein, die uns dann auch auf dem einstündigen Anstieg zum Kraxentrager (2998 m), garniert mit Drahtseileinlagen, begleitete. Der höchste Punkt unserer Tour war erreicht. Eine gewaltige Aussicht auf die hohen Gipfel der Zillertaler und Stubaier Alpen, auf Wetterstein und Karwendel sowie die Sarntaler lohnte die kleine Mühe. Sogar die Dolomiten im Süden zeigten ihre Zacken. Auf der sonnigen Terrasse wurde der Rest des Nachmittags bei einem Bier relaxt.

Tag 7 sollte nochmals ein Höhepunkt unserer Reise werden. Auf einem aussichtsreichen Bergrücken mit drei Gipfeln, Wildseespitze (2733 m), Wolfendorn (2774 m) und Flatschspitze (2566 m), erreichten wir nach einigen Gegenanstiegen und einem nicht enden wollenden Schlußabstieg die private Enzianhütte. Hier war es warm und auch nachts fror keinem. Auf der sonnigen Terrasse ließ man den tollen Tag nochmals in Gedanken vorbeiziehen (300/1100 Hm) und genoß ein kühles Weizen (mit und ohne Alkohol).

Am Schlußtag ging es noch steil hinab ins Tal und auf einem Fahrradweg zum Bahnhof Gossensass. Mit dem Zug fuhren wir dann über den Brenner nach Innsbruck und mit dem Bus zu unseren Autos. Der Ring war geschlossen, mindestens 5570 Hm im Aufstieg und 6755 Hm im Abstieg sowie 12 Gipfel waren geschafft und alle waren froh und glücklich, diese strapaziöse und nicht leichte Tour durchgestanden zu haben. Ein kleiner Lohn war eine prima Pizza in Igls, bevor es im Platzregen Richtung Heimat ging.

Auf dieser erlebnisreichen Tour waren dabei: Karl Meier, Elisabeth Eder, Heidi Mäder, Gertraud und Karl Lindmeier, Sabine Rutte, Sabine Knappe, Elvira Raba, Gerlinde und Wolfgang Dirsch, Gerhard Kolb, Katrin und Kay Mlinzk.

Karl Meier

 

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