• slide_1
  • slide_2
  • slide_3
  • slide_4
  • slide_5
  • slide_6

Tour 19 Alpine Rundwanderung in den Karnischen Alpen und den Friauler Dolomiten

  • 01_IMG_1440
  • 01_IMG_1446
  • 01_IMG_1455
  • 01_IMG_1464
  • 01_IMG_1478
  • 01_IMG_1486
  • 01_IMG_1414
  • 01_IMG_1423
  • 01_IMG_1426
  • 01_IMG_1436
  • 02_IMG_1409
  • 02_IMG_1427
  • 02_IMG_1444
  • 02_IMG_1483
  • 02_IMG_1488
  • 03_IMG_1433
  • 03_IMG_1460
  • 03_IMG_1485

Blumenmeer und Meer aus Fels

Alpine Rundwanderung in den Karnischen Alpen und den Friauler Dolomiten         vom 11. – 18. Juli 2021

Unterkünfte:  Casera Tragonia (1760 m) privat, Casera Tartoi (1711 m) privat, Rif. Giaf (1400 m) CAI,

 Rif. Flaiban-Pacherini (1587 m) CAI, Rif. Pordenone (1249 m) CAI, Rif. Padova (1287 m) CAI

Leiter: Karl Meier

Teilnehmer: 12, davon 11 Sektionsmitglieder, 1 DAV GUN

Es war wohl kaum jemandem bewußt, was auf uns zukommen würde, als wir von Forni di Sopra bei schwüler Hitze und großen Rucksäcken zur Alm Casera Tragonia aufstiegen. Nur wenige wußten, wo diese abgelegene Gegend in den südlichen Karnischen Alpen und den Friauler Dolomiten überhaupt war. Nach einer langen Anfahrt fanden alle den Parkplatz an der Seilbahn, Startplatz und Ende einer abenteuerlichen Durchquerung einer einsamen und wilden Gebirgsgruppe ganz im Nordosten Italiens. Auf einem schmalen Steig ging es steil durch Wald hoch und der Schweiß floss in Strömen. Nach 3,5 Stunden lichtete sich der Wald und auf einer lieblichen Alm kam unsere erste Unterkunft, eine ehemalige Almhütte, in Sicht. Der Hüttenchef empfing uns freundlich und zeigte uns sein Reich. Es war alles einfach, aber sauber und gemütlich. Zu einem kräftigen Abendmenü ließen wir uns den einheimischen Friauler Wein schmecken. Wir waren die einzigen Gäste, kein Wunder, denn es gab nur 12 Betten. Das Frühstück fiel italienisch karg aus, aber alle wurden satt und konnten gestärkt die erste Scharte, Croce di Tragonia (1973 m), in Angriff nehmen. Die Aussicht in die Karnischen Alpen war sehr schön, die Friauler Dolomiten hüllten sich in Wolken. Der Weiterweg zur nächsten Scharte war ein Spaziergang durch ein Blumenparadies, wie man es bei uns und in den Nordalpen nicht mehr findet. Millionen von Knabenkräutern, Trollblumen, Alpenrosen, Alpenmohn, Alpenastern, Anemonen, Enzianen, Feuerlilien, Türkenbundlilien usw. usw. säumten unseren Weg zur Forca Rossa (2329 m). Der Pfad war schmal und wir mußten uns manchmal den Weg durch das Blumenmeer bahnen. Von der hoch gelegenen Scharte, die wir mühsam über Schutt erreichten, bot sich ein tolles Panorama über die umliegenden Gebirgszüge. Mit viel Pausen zum Blumenfotografieren wanderten wir dann abwärts zur Casera Tartoi, unserer nächsten umgebauten Almhütte. Sie war größer als die erste und konnte sogar eine Dusche bieten. Das Abendessen war gut aber wenig und das Frühstück mit Zwieback statt Brot schmeckte nicht jedem. Nach einem eher gemütlichen Vortag stand nun die vermeintlich längste und anstrengendste Etappe mit dem Übergang von den Karnischen Alpen in die Friauler Dolomiten an. 19 km, 880 Höhenmeter hinauf und 1130 hinab standen im Programm. Gleich am Anfang galt es die Forca Tartoi (2006 m) zu überwinden, bevor es dann steil abwärts ging. Auf einem historischen Almweg wanderten wir dann entspannt zum Mauria-Pass. Der Hangweg führte dann durch Wald und Gerölltäler in ständigem Auf und Ab zur Giaf-Hütte, die wir gerade noch vor einem Regenguß erreichten. Alle waren erleichtert, diese Etappe ohne Probleme gemeistert zu haben. Die Hütte war groß und geräumig und die Gastgeber waren überaus freundlich. Sogar eine Deutsche, die ihre Liebe dort gefunden hat, gehörte zur Mannschaft. Nach prima Verpflegung warteten am nächsten Morgen die steilen Dolomitenwände auf uns, die sich allerdings in Wolken hüllten. Mühsam stiegen wir auf dem steinigen „Enzianweg“ hoch zur Forca Urtisiel (1985 m) um dann auf einer herrlichen Hochebene mit lichtem Wald und Almlandschaft anzukommen. Auf der Almhütte Valmenon machten wir einen Einkehrschwung, um die Energiebilanz mit Minestrone und Pasta zu verbessern. Während wir auf diese Köstlichkeiten warteten, prasselte draußen ein Gewitterschauer aufs Dach, Glück gehabt! Trocken ging es dann weiter zur Scharte Val di Brica (2076 m) und zur Höllenscharte (2170 m). Nach einer weiteren Scharte, der Forca Fantulina alta (2112 m), ging es endlich abwärts. Dies war gar nicht so einfach, denn der Regen hatte uns eingeholt und alles rutschig gemacht. Nach anstrengenden 550 Hm Abstieg kam unsere nächste Hütte, das Rifugio Flaiban-Pacherini, in Sicht. Leider gab es keinen Trockenraum, deshalb wurde der Gastraum entsprechend umfunktioniert. Ein Ofen lieferte nur spärliche Wärme. Da wir fast nur die einzigen Gäste waren, ließ uns der freundliche Hüttenwirt gewähren. Dafür war die Verpflegung sehr gut. Der Morgen empfing uns mit Regen und ließ nur erahnen, wie toll die umliegenden Wände und Gipfel waren. Bis zum Passo di Suola (1994 m) war der Pfad gut zu begehen, aber dann wurde es etwas schwieriger, denn der Regen der vergangenen Tage und Wochen hatte den Geröllweg teilweise weggespült. In stellenweise ausgesetztem Gelände erklommen wir die Forca Rua alta (2144 m) und wenig später die Forca Pramaggiore (2295 m). Es hatte zwar inzwischen aufgehört zu regnen, aber die Entscheidung, den Gipfel des Pramaggiore zu ersteigen oder nicht, viel uns allen leicht. Es war kalt, rutschig und der Gipfel in Wolken, also weiter zur nächsten Scharte. Nach der Forca La Sidon (2304 m) waren alle erleichtert, dass es endlich abwärts ging. Viel Geröll und steinige glitschige Pfade forderten Aufmerksamkeit bis der Bach im Val Postegae uns zum Fußbad einlud. Danach war der Weiterweg flach bis zur Pordenone-Hütte. Alle waren sich einig, dass dies mit 900 Hm auf und 1300 Hm ab und 4 Scharten die Königsetappe war. Die CAI-Hütte mit sehr freundlichem, fast herzlichem Personal war sehr angenehm und fast alle genossen die heiße Dusche. Bei prima Essen und gutem Wein waren schnell die Strapazen vergessen.  Der nächste Tag war eigentlich als Ruhetag vorgesehen, aber keiner wollte das Aushängeschild der Friauler Dolomiten, den Felsturm „Campanile di Val Montanaia“, verpassen. So wanderten wir alle den Geröllstrom des Montanaia-Tals hinauf, überwandten einige Steilstufen und bestaunten dann den völlig alleinstehenden „Schrei aus Stein“, der 280 m aus einem Plateau emporragte. Dies war sicher einer der Höhepunkte unserer Tour, zumal auch endlich das Wetter mitspielte. Der kurze Anstieg zur Forca Montanaia (2334 m), begleitet von senkrechten Felswänden, war eine tolle Zugabe, denn der Ausblick war großartig. Die Dolomitenriesen Civetta, Monte Pelmo und Antelao ragten in den sonnigen Himmel und die Kulisse „unserer“ Dolomiten war atemberaubend. Es viel uns schwer, uns von diesen Eindrücken zu trennen, aber wir mußten die 1080 Hm, die wir heraufgekommen waren, ja wieder hinunter. Allen war klar: dies war der schönste Tag. Etwas weniger Geröll, einen angenehmeren Weg und gutes Wetter hatten wir dann am nächsten Tag auf dem Anstieg zur Forca del Leone (2272 m). Leider mußten wir dann steil absteigen, um dann wieder zur Forca Monfalcon di Forni (2232 m) hoch zu kommen. Auch hier waren wieder einige Dolomitengrößen zu bewundern. Nach mühsamem Abstieg über Geröll und durch Latschenfelder erreichten wir unsere schönste Hütte, das Rifugio Padova. Sehr tief gelegen inmitten von Blumenwiesen und frischgemähtem Rasen, umgeben von geschnitzten lustigen Holzfiguren und besetzt mit überaus freundlichem Hüttenpersonal war diese Hütte ein Schatz, in der wir unseren letzten Hüttenabend verbrachten. Das Menü schmeckte und der Wein floss, zurecht, denn der Abschluß war nah. Am letzten Tag ging es ein letztes Mal über eine Scharte, der Forca Scodavacca (2043 m), kamen wieder bei der Giaf-Hütte vorbei und trafen nach 8 erlebnisreichen Tagen wieder in der Zivilisation an. Wir waren 7200 Hm auf- und abgestiegen, hatten 95 km Strecke im Gebirge zurückgelegt, hatten 12 Scharten erklommen, einen schweren Rucksack ertragen und hatten Regen und Kälte getrotzt. Und vor allem: wir hatten unseren inneren Schweinehund bezwungen. Eine gute Leistung! Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern für ihr Durchhaltevermögen und ihre tolle Kameradschaft und herzliche Gemeinschaft!

Karl Meier

Das könnte Sie auch interessieren...