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Tour 23 Anspruchsvolle Bergwanderung im Verwall

Hochtour im Regen und Schnee

 

Anspruchsvolle Bergwanderung im Verwall vom 27. – 29. Aug. 2021

 

Unterkunft:  Edmund-Graf-Hütte (2408 m) ÖAV

Leiter:  Karl Meier

Teilnehmer: 11 Sektionsmitglieder

 

Die Prognosen für unsere Hochtour ins Verwall in Tirol sahen schon am Anfang nicht gut aus. Dennoch wagten neun Wanderer die Anfahrt nach Kappl im vorderen Paznauntal und ließen sich überraschen.

 

Unsere kleine Wandergruppe traf sich früh um 6 Uhr am Forsthaus Treuchtlingen und fuhr über Augsburg, Füssen, Reute, Landeck bis nach Kappl.

Dort sah das Wetter gar nicht so schlecht aus. Nachdem wir uns umgezogen hatten, ging es mit der Seilbahn bis zur Bergstation auf 1830 m Höhe und von dort aus in etwa vier Stunden über die Schmalzgubenscharte (2700m) zur Edmund-Graf-Hütte auf 2408 m Höhe.

Das Wetter war freundlich. Und so hatten wir zwischen Nebel und Wolken immer mal wieder schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge. Den kleinen Bergipfel Schmalzgubenkopf (2847m) zu besteigen hatte wegen dem Nebel keiner Lust. Auch im kleinen Bergsee (Schmalzgubensee) konnte sich niemand entschließen.zu baden.

So erreichten wir bald die Hütte, wo uns schon unsere zwei Verwalldurchquerer Sabine und Linda empfingen, und bezogen dort unser Lager ganz oben auf dem Dachboden. Im Anschluss stärkten wir uns erst einmal mit Kuchen und Getränken. Da an dem Tag nichts mehr geplant war, hatte jeder Zeit zur freien Verfügung, welche zum plaudern und ausruhen genutzt wurde. Am späten Nachmittag setze dann feiner Schneefall ein, welcher zunächst noch abtaute aber oben auf den Bergspitzen als weißer Überzug liegen blieb. Zum Abend servierte uns der Hüttenwirt ein leckeres Menü aus Vorsuppe, Geschnetzelten mit Reis, alternativ Nudeln als Bergsteigeressen und im Anschluss Pudding. Am Abend ging es hoch her. Aber irgendwann war dann Hüttenruhe angesagt.

 

Der nächste Tag empfing uns zunächst recht klar. Aber bald schon zogen sich graue Wolken zusammen. Wir waren auf dem Weg zum Hohen Riffler (3168m). Für einige Anwesende wäre das die erste 3000-Besteigung geworden. Langsam setzte leichter Schneefall ein, der sich im Laufe der nächsten Stunden noch steigerte. Zunächst war der Weg zum Gipfel noch gut zu sehen, doch bald schon brauchte es die Hilfe aller Beteiligten um die Markierungen zu finden. Später wurde das Gelände noch steiler und der Weg immer unscheinbarer. Irgendwann kam der Punkt, wo der Aufstieg abgebrochen werden musste. Null Sicht, zunehmender Schnee und ein immer schwierigerer Weg. Wir kehrten bei 2900 m Höhe um. Niemand war enttäuscht – Sicherheit geht vor. Wie aus dem Nichts kam uns kurz darauf eine junge Bergsteigerin entgegen, welche den Aufstieg allein wagen wollte. Wir dachten nur: viel Glück. Es ging an den Rückweg und zwei Stunden später waren wir wieder an unserer Hütte. Am Nachmittag gab es selbstgemachten Hüttenkuchen, Kaffee und andere Getränke. Dann war Lesestunde angesagt. Draußen vor dem Fenster war es grau und es rieselte leise der Schnee. Der Hüttenwirt heizte den Kachelofen ein und so wurde es richtig gemütlich in der Wirtsstube. Die Stube füllte sich nach und nach wieder mit Wanderern und bald war auch Abendbrot angesagt. Für uns wurde extra ein Gulasch gekocht. Es gab auch wieder Nudeln als Bergsteigeressen. Am Abend kamen wir mit dem Hüttenwirt ins Gespräch und hörten auch mal von seinen Sorgen.

 

Der Sonntag war wieder grau. Über Nacht war etwas Schnee gefallen. Nach dem Frühstück marschierten wir ab in Richtung Kappl. Zunächst ging es in Schleifen hinauf auf das Kappler Joch (2672m). Der Schnee hatte fast alle Markierungen zugedeckt und so gehörte viel Gespür dazu immer den richtigen Weg zu finden. Dann ging es wieder steil bergab auf dem glatten und steinigen Untergrund. Auch das meisterten wir ohne Abstürze und Verletzungen. Langsam wurde aus Schnee wieder Regen und wir folgten dem sich ins Tal schlängelnden Weg. Auch einige kleine Flüsse waren zu durchqueren. Dann folgten wir dem Abzweig zur Bergstation Dias, dem Start unserer Bergwanderung. Also wieder bergauf und in ewigen Schleifen um den Berg marschieren. Bald war die Bergstation in Sichtweite und damit auch die Almwirtschaft, in die wir einkehren wollten. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir die Wirtschaft und zum Glück war auch geöffnet. Alle durften trotz Corona-Beschränkungen hinein und wir belohnten uns im Anschluss mit einem leckeren Essen. Mit der Bergbahn Dias schwebten wir wieder hinunter ins Tal, wo wir bald die Heimreise antraten.

Kay Mlinzk

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