Bergtour im Karwendel - 17. -20.09.2026 mit „Berge genießen“
Unterkunft: Karwendelhaus (1765m), Falkenhütte (1848m), Lamsenhütte (1953m)
Leiterin: Autorisierte Bergwanderführerin Angie Rosenbauer
Vier Tage waren wir im Karwendel unterwegs – eine Durchquerung, die uns landschaftlich wie atmosphärisch besonders beeindruckt hat. Die Tour fand im Spätsommer statt, einer Zeit, in der die Berge oft eine Mischung aus spätsommerlicher Wärme und ersten herbstlichen Stimmungen zeigen.
1. Etappe: Scharnitz – Karwendelhaus
Startpunkt war Scharnitz. Zunächst folgten wir der Isar, querten diese und stiegen anschließend entlang des Karwendelbachs durch ein wechselnd breites Tal zum Karwendelhaus auf. Das Wetter war wolkenverhangen, mit einzelnen sonnigen Aufhellungen.
Die Rucksäcke waren zu Beginn noch schwer, was sich erst in den Folgetagen durch optimiertes Packen besserte. Am Nachmittag erreichten wir das Karwendelhaus und verbrachten den Abend in der Stube. Überraschend trafen wir dort Alexander, den wir im März auf einer Schneeschuhtour kennengelernt hatten – eine unerwartete, freundliche Begegnung.
2. Etappe: Karwendelhaus – Falkenhütte – Mahnkopf
Am nächsten Tag führte unser Weg weiter zur Falkenhütte. Die Wolkendecke lag tief und nahm uns die Sicht auf die umliegenden Gipfel. Besonders eindrucksvoll war die stille Passage durch den Kleinen Ahornboden mit seinem ausgetrockneten Bachbett.
Nach der Ankunft auf der Falkenhütte stiegen wir noch auf den Mahnkopf. Der Weg verläuft steil durch felsiges Gelände, ist aber gut begehbar. Am Gipfel genossen wir trotz Wolken einen ruhigen Rundumblick. Beim Abstieg konnten wir mehrere Gämsen beobachten.
Untergebracht waren wir im neuen Teil der Hütte – moderne Zimmer, gute Waschräume und Trockenschränke. Das Abendessen nahmen wir in der historischen Stube ein, in der das alte Küchenbuffet liebevoll restauriert wurde.
3. Etappe: Falkenhütte – Eng – Binsalm – Lamsenhütte
Der Tag begann mit einem eindrucksvollen Sonnenaufgang über den Lalidererwänden. Nach einem sehr guten Frühstücksbuffet starteten wir Richtung Eng, weiter über die Binsalm zur Lamsenhütte.
Auf diesem Abschnitt waren viele Wochenendgäste unterwegs. Unter ihnen befand sich eine Gruppe ehrenamtlicher DAV-Mitglieder, die Müll sammelten – ein schöner Beitrag zur Pflege der Wege.
An der Lamsenhütte konnten wir noch eine Weile die Sonne genießen und den Kletterern zusehen, die von der Lamsenspitze über das Geröllfeld abstiegen. Den Abend verbrachten wir – wie schon zuvor – mit einer Runde Wizzard und interessanten Gesprächen mit anderen Bergsteigerinnen und Bergsteigern, darunter ein Wanderer, der seit vier Wochen auf der Via Alpina unterwegs war.
4. Etappe: Lamsenhütte – Schwaz
Der letzte Tag zeigte sich erneut sonnig. Der Abstieg nach Schwaz führte durch abwechslungsreiches Gelände mit steilen Felswänden, Schluchten, Waldpassagen und grünen Almflächen, die – wie im Karwendel typisch – von Ahornbäumen durchzogen sind.
Fazit
Die Karwendeldurchquerung bot uns eindrucksvolle Landschaften, stille Momente, abwechslungsreiche Wege und spannende Begegnungen. Die Erlebnisse dieser Tage werden sicher noch lange nachwirken.
Eure Angie Rosenbauer