Bergwanderung mit Schneeschuhen mit Seniorentempo in den Bayer. Wald vom 14. – 17. Febr. 2026
Unterkunft: Hotel Sonnenhof in Sonnen
Leiter: Karl Meier
Teilnehmer: 8 Sektionsmitglieder
Vom 14.02. - 17.02.2026 fand unsere jährliche Schneeschuh-Tour über Fasching im Bayerischen Wald statt. Mit dabei bei unserer Gemeinschaftstour waren neben unserem Wanderführer Karl Meier noch weitere sieben Teilnehmer, viele davon alte Bekannte. (alle DAV Treuchtlingen)
Bei wenig winterlichem, aber kaltem Wetter starteten wir am Samstag früh in Treuchtlingen, um nach Nürnberg und dann auf der Autobahn über Regensburg in Richtung Passau zu fahren.
Nach drei Stunden Fahrt endlich runter von der Autobahn. In Hauzenberg fand sich am zugefrorenen Freudensee ein Parkplatz für unsere erste Wanderung. Kein Schnee, weit und breit zu sehen. Unser Wanderziel, der Staffelberg mit Aussichtsturm (934 m), hatten wir schon direkt vor Augen. Für die 320 Höhenmeter waren ca. zwei Stunden Wanderung angesetzt.
Zunächst marschierten wir auf der Landstraße, dann auf gemütlichen Feldwegen. Schließlich ging es in den Wald. Dort wurde es nach und nach steiler und immer mehr Schnee- und Eisreste fanden sich auf dem Weg. So mancher dachte im Stillen an seine Grödeln, welche noch im Auto lagen. Doch auch die schwierigen Stellen meisterten wir und so kamen wir dem Gipfel immer näher. Die Wege führten nun kreuz und quer, aber bald sahen wir den Aussichtsturm und wir waren oben. Ein gemütlicher Rastplatz lud zur Pause ein, aber erst wollten fast alle auf den luftigen Aussichtsturm. Oben gab es einen fantastischen Rundblick. Nur an Fernsicht war auf Grund der Wolken nicht zu denken.
Der Abstieg verlief auf einem interessanten, schmalen Pfad und so waren wir bald wieder am Auto. Nun ging es in den kleinen Ort Sonnen zum Hotel Sonnenhof. Dort checkten wir ein und konnten uns gleich auf die tägliche Kaffeestunde mit Kuchen freuen. Für einige ging es vor dem Abendbrot mit Buffet zunächst noch in die hauseigene Sauna. Nach dem Abendbrot klang der Abend in geselliger Runde aus.
Der Sonntag überraschte uns mit frisch gefallenem Schnee. Bereits am Vorabend hatte es zu schneien begonnen und so war über Nacht alles weiß geworden. Durch ein reichliches Frühstück gestärkt, starteten wir mit Schneeschuhen ausgestattet in Richtung Österreich.
Von der Talstation der Skiarena Hochficht wanderten wir, in weiten Schwüngen mehrfach die Skipiste querend, immer weiter zum Hochficht (1338 m) hinauf. Ringsherum waren einige Skilifte und Skiabfahrten zu sehen. Überall auf den Pisten und den Liftstationen war ein quirliges Treiben. Doch abseits der Pisten hatten wir unsere Ruhe und die Wege für uns allein.
Vom Hochficht führte uns ein Kammweg entlang der österreich-tschechischen Grenze durch vom Menschen unberührte Natur direkt hinüber zum Reischlberg. (1281m), Schnee, Eis und Raureif an den Bäumen und Schneeverwehungen über dem Weg. Wir wanderten zeitlos durch ein Winterwunderland.
Nachdem wir den Gipfel des Reischlberg hinter uns gelassen hatten, suchten wir unseren Weg für den Abstieg. Läuft man nicht direkt an der Skipiste, geht das leider nicht ohne größere Umwege. Nach einigen größeren Schlaufen stießen wir wieder auf eine Skipiste, auf der wir weiter talwärts abstiegen. Auf dem letzten Wegstück von Holzschlag zum Parkplatz blieb nichts anderes übrig, als auf der winterlichen Straße zu laufen. Beim Gedanken an den Nachmittagskuchen, Sauna und das Abendbuffet besserte sich die Stimmung wieder.
Der Montag empfing uns mit Schneefall und Nebel. Unser Ziel war der Plöckenstein (1379 m). In Oberschwarzenberg suchten wir den Wanderparkplatz und starteten von dort mit unserer Tour. Drei Teilnehmer trauten dem Wetter nicht und waren gleich im Hotel geblieben. Die anderen waren guten Mutes und genossen den Schneefall und die Winterlandschaft. Bald war der Einstieg zum Wanderweg gefunden. Der Weg schlängelte sich gemütlich durch den dichten Wald über Stock und Stein. Wie aus dem Nichts standen plötzlich die geschichteten Felsformationen der Teufelsschüssel vor uns. Eindrucksvolle Granitfelsen standen überall in der Landschaft herum. Die Treppenanlage lud zum Besteigen ein. Doch dann ging es schon weiter. Menschenleere Forstwege, Schneefall, zehn Zentimeter Neuschnee und leichter Rückenwind. Gelegentlich trafen wir noch einsame Wanderer und Skifahrer. Und diese berichteten nicht viel Gutes vom Gipfel des Plöckenstein.
Nun kamen wir langsam in Gipfelnähe und aus dem Windschatten des Waldes heraus. Schon bald bekamen wir die volle Breitseite des Windes gemischt mit Eisstückchen zu spüren. Wir schwenkten in Richtung Gipfel und damit frontal zum Gegenwind. Augen zu und durch. Über und durch hohe Schneeverwehungen, hinter jedem Baum Schutz suchend erreichen wir die Gipfelformation, einen Steinhaufen mit Gipfelkreuz.
Schnell weg von diesem ungemütlichen Platz, doch weit und breit kein Weg zu sehen. Den Weg zum Dreiländereck hat der Schnee verschluckt. Weg vom Gipfel und in tiefere Lagen in den Windschatten. Kein Weg, kein Steg, ein paar kleine Baumgruppen und Schneewüste. Mit Hilfe des Wandernavis gelang es uns, etwas die Orientierung zu gewinnen. Dann stießen wir auf den Weg unseres Aufstieges und waren recht froh darüber. Nun kannten wir uns wieder aus und konnten den Rückweg antreten. Bergab läuft es sich leichter und so war es nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder am Auto eintrafen. Im Hotel warteten schon Kaffee & Kuchen, Sauna und das Abendbuffet auf uns.
Dienstag, unser letzter Tag war grau und neblig und es schneite. Keiner hatte deshalb große Lust auf eine Wanderung, weder im Skigebiet mit einer Fahrt im offenen Sessellift, noch einen Spaziergang durch den kleinen Ort Sonnen. Die logische Konsequenz war die direkte Abfahrt in Richtung Heimat. Unterwegs konnte man sehen, wie der Schnee immer weniger wurde. Der Tag blieb grau, nur aus Schnee wurde Regen. Alle waren froh, als sich ab Nürnberg die Wolkendecke etwas lichtete und die Sonne durch die Wolken spitzte. Doch das nur kurzzeitig. Alles wurde wieder grau und der Regen hatte uns wieder.
Vielen Dank an Karl Meier für die gute Planung und Durchführung der Tour und an alle Teilnehmer für das gute und freundschaftliche Miteinander.
Kay Mlinzk