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Tour 20 Muttlerkopf (2.366 m) & Großer Krottenkopf (2.656 m)

Das Wechselbad der Gefühle: Die Hüttenreservierung

11.07.2026

Tourenbericht: Über das Lechtal auf die Allgäuer Riesen

Termin: 11-12.07.2026
Tourenleiter: Sammy
Teilnehmer: 4 DAV-Mitglieder (6 angemeldet, 2 kurzfristige Absagen)!
Gipfel: Muttlerkopf (2.366 m) & Großer Krottenkopf (2.656 m)
Übernachtung: Kemptner Hütte


 Das Wechselbad der Gefühle: Die Hüttenreservierung

Heutzutage ist es bekanntlich alles andere als einfach, spontan Schlafplätze auf den Alpenvereinshütten zu ergattern. Auch für unsere geplante Zweitagestour stand das Vorhaben lange Zeit auf der Kippe. Ursprünglich waren wir eine Truppe von sechs angemeldeten Bergsteigern, doch leider mussten zwei Teilnehmer kurzfristig absagen.

Bis knapp vor dem Start war völlig unklar, ob wir das Programm als extrem stramme Tagestour durchziehen müssen oder das Privileg einer Hüttennacht genießen dürfen – wir standen bangend auf der Warteliste. Die Erlösung kam exakt drei Tage vor Tourenbeginn: Eine E-Mail von Hütten-Holiday ploppte auf – es gibt freie Schlafplätze auf der Kemptner Hütte! Endlich Gewissheit. Die Vorfreude bei den verbliebenen vier DAV-Teilnehmern stieg schlagartig.

 Tag 1: Traumwetter, Hängebrücke und Aufstieg zum Muttlerkopf (2.366 m)

Am Morgen des ersten Tages klingelte der Wecker früh. Um Punkt 6:00 Uhr traf sich die kleine, feine Vierergruppe im Buchdorf. Von dort aus steuerte unser Tourenleiter Sammy das Auto in einer knapp dreistündigen Fahrt in Richtung Tirol nach Holzgau im Lechtal. Da wir die Tour von der österreichischen Südseite aus angingen, sparten wir uns den langen Zustieg durch den Sperrbachtobel von Oberstdorf. Schon bei der Ankunft empfing uns der Himmel wolkenlos – absolutes Traumwetter für die nächsten zwei Tage!

Gleich zu Beginn des Aufstiegs wartete das erste spektakuläre Highlight auf uns: der Weg über die berühmte Holzgauer Hängebrücke. Mit über 200 Metern Länge und ca. 100 Metern in schwindelerregender Höhe überspannt sie die wilde Höhenbachtalschlucht. Ein bisschen Herzklopfen und ein absolut genialer Tiefblick bei strahlendem Sonnenschein waren der perfekte Wachmacher für das Team!

Danach zog der Weg stetig an und führte uns durch das Roßgumpental hinauf zum Oberen Mädelejoch (2.033 m) an der deutsch-österreichischen Grenze. Nachdem wir unser Quartier auf der geschäftigen Kemptner Hütte (1.846 m) bezogen und uns kurz gestärkt hatten, nutzten wir den Nachmittag für den ersten Gipfelsturm. Unser Ziel: der Muttlerkopf (2.366 m). Vom Mädelejoch aus leitet ein Bergweg über Serpentinen und unschwieriges, felsdurchsetztes Grasgelände hinauf zum Gipfel. Nach rund zwei Stunden Aufstieg von der Hütte standen wir am Kreuz und genossen das fantastische Panorama unter blauem Himmel. Der Abstieg zurück zur Kemptner Hütte verlief reibungslos, wo wir den Abend bei gutem Hüttenessen ausklingen ließen.

 Tag 2: Königsetappe auf den Großen Krottenkopf (2.656 m) und eiskalte Erfrischung

Auch der zweite Tag bescherte uns wieder Kaiserwetter ohne eine einzige Wolke. Nach einer erholsamen Nacht im Lager startete das DAV-Team früh in den Tag. Das große Ziel vor Augen: der Große Krottenkopf, mit 2.656 Metern der höchste Berg der gesamten Allgäuer Alpen.

Zunächst stiegen wir von der Hütte wieder hinauf zum bekannten Oberen Mädelejoch. Von dort querten wir unter den gewaltigen Felsabstürzen hinüber in den mächtigen Geröllkessel unterhalb des Gipfelaufbaus. Mühsam, aber trittsicher, wanderten wir über die steilen Schuttbänder empor in die Krottenkopfscharte (ca. 2.350 m).

An der Scharte begann der ernsthafte, alpine Teil der Tour. Sammy führte die Gruppe routiniert in die schroffe Westflanke. Hier war volle Konzentration gefragt: Die Route verlangte leichte Kletterei im I. Schwierigkeitsgrad. Über plattige Stufen, Rinnen und Bänder packten alle kräftig an. Dank der alpinen Erfahrung unserer vier Vereinsmitglieder meisterten wir die Kraxelei souverän. Wenig später standen wir überglücklich am monumentalen Gipfelkreuz des Großen Krottenkopfs auf 2.656 Metern. Die weite Fernsicht bei diesem Traumwetter war einfach überwältigend.

Der Abstieg verlangte im felsigen Gelände noch einmal erhöhte Vorsicht. Konzentriert kletterten wir zurück zur Scharte und wanderten über das Mädelejoch wieder hinab in Richtung Holzgau.

Der perfekte Abschluss: Café Uta und Kneippen im Höhenbach

Nach dem langen und heißen Abstieg durch das Höhenbachtal hatten wir uns eine ordentliche Stärkung verdient. Kurz vor dem Ziel steuerten wir das gemütliche Café Uta beim Simmswasserfall an. Bei leckerem Kuchen, Kaffee und kalten Getränken ließen wir die Erlebnisse Revue passieren.

Das absolute Highlight zum Schluss wartete direkt nach der Kaffeepause: Am Höhenbach hieß es Schuhe aus und Socken runter! Das eiskalte, klare Gebirgswasser war die perfekte Erfrischung für unsere brennenden Füße und müden Beine. Nach dieser herrlichen Naturtherapie fühlten wir uns wie neugeboren. Frisch gestärkt und tiefenentspannt traten wir anschließend die dreistündige Heimreise nach Buchdorf an.

 
Fazit des Tourenleiters

Eine rundum perfekte Vereinstour! Schade, dass wir durch die zwei Absagen nicht vollzählig waren – die Daheimgebliebenen haben definitiv etwas verpasst. Von der Zitterpartie bei der Hüttenbuchung über den Adrenalinkick auf der Hängebrücke bis hin zum absoluten Traumwetter und der perfekten Abkühlung im Bach am Schluss – besser hätte es nicht laufen können. Die vierer Truppe war spitze, hat super harmoniert und die Allgäuer Alpen haben sich von ihrer schönsten Seite gezeigt.

J.S

Homepage:Sammy